Die Entdeckung des Infrarots

Viele große Entdeckungen geschahen unabsichtlich.

Er hieß Willi und war ein deutscher Militärmusikant. Wie er nach England kam, ist mir nicht bekannt, aber plötzlich war er dort, irgendwann so um 1760 und, er brauchte Geld. So bot er sich als Musiklehrer an und er unterrichte auch gern seine eigenen Kompositionen, die aber meines Wissens nie berühmt wurden, obwohl er sich sehr viel mit der Kompositionslehre beschäftigte. Er macht geradezu eine Wissenschaft daraus.
Er erforschte den Klang, und außerdem interessierte er sich auch für den Himmel und das Licht.

Dass sich der Klang in Wellen ausbreitet, war nicht seine Entdeckung und ebenso wenig die Wellentheorie des Lichtes. Vom Licht wusste man bereits, dass es, wenn man es sah, vorhanden war und vor kurzem hatte ein Herr Newton herausgefunden, dass ein Sonnenstrahl aus mehreren, unterschiedlich bunten Lichtwellen besteht. Herr Newton macht sich seinen eigenen Regenbogen indem er einen Lichtstrahl in ein gläsernes Prisma lenkte.
Auf der anderen Seite des Prismas kam statt des Lichtstrahles ein bunter Lichtfächer heraus.
Das liegt daran weil Licht aus unterschiedlich langen Wellen besteht und das Auge diese in unterschiedlichen Farben wahrnimmt. Aber erst durch die Zerstreung eines Lichtstrahles durch Wassertropfen – oder eben durch ein Glasprisma – werden diese unterschiedlichen Wellenlängen oder Lichtfarben auch sichtbar.
„Wie von Geisterhand“ muss Herr Newton gedacht haben, denn er nannte diese Erscheinung Lichtgeist, bzw. Lichtspektrum, worüber ein Herr Wolfgang von Goethe sich übrigens sehr lustig machte.
Nun, unser Willi, spielte auch gern mit diesem „Lichtgeist“. So stellte er , übrigens genau im Jahr 1800, nach dem berühmten Vorbild eine Platte vor das Zimmerfenster, damit es schön dunkel wurde. In der Platte hatte er zuvor ein Loch gebohrt, damit ein einsamer Lichtstrahl hindurch passte und dort, wo der Lichtstrahl auf eine Tischplatte fiel, legte er ein Prisma aus Flintglas, also nicht aus dem gleichen Glas wie eine Fensterscheibe, das ja Kornglas heißt. Das Flintglas nämlich machte auf dem weißen Tischtuch einen viel breiteren „Regenbogen“-Streifen als das gewöhnliche Kornglas. Was Willi jedoch interessierte, war, ob die unterschiedlichen Lichtfarben auch eine unterschiedliche Energie haben. Um das herauszufinden, nahm er ein Thermometer und hielt erst die glänzende Quecksilberkugel über eine plackende Flamme, damit sie schön schwarz wurde. Unser Willi wusste nämlich auch, dass ein schwarzes Blech wärmer wird als ein weißes, weil die Energie des Lichtes stärker in Wärmeenergie umgewandelt, das heißt, absorbiert wird.
Dann legte er das Thermometer so genau wie möglich in den blauen Bereich seines künstlichen Regenbogens, wartete eine Weile, las die Temperatur ab, schrieb sie in sein Liste und schob das Thermometer weiter in den grünen Bereich. Auch dort maß er die Temperatur und wiederholte die gleich Prozedur noch einmal dort, wo der rote Streifen war. Als er auch diese Temperatur gemessen hatte, legte er das Thermometer neben das Spektrum, also dort, wo kein Licht mehr war, ab. Er freute sich sehr, denn tatsächlich konnte er nun feststellen, dass die grünen Lichtwellen wärmer als die blauen und die roten sogar noch wärmer als die grünen waren. Er war also fertig und wollte gerade den Aufbau seines Experimentes wieder aufräumen. Er nahm zuerst das Thermometer zur Hand, welches im Dunklen, also deutlich hinter dem Bereich des roten Lichtes gelegen hatte. Noch einmal fiel sein Blick darauf, und, da staunte Willi. Das Thermometer zeigte eine noch ein höhere Temperatur. Natürlich dachte unser Forscher, dass er einen Fehler gemacht hätte, denn wo kein Licht mehr ist , da kann man auch keines messen. Also wiederholte er seinen Versuch und je weiter er das Thermometer auch hinter den sichtbaren Bereich des Lichtspektrums legte, um so höhere Temperaturen stellte er fest. Und irgendwann schlussfolgerte er messerscharf, das es außerhalb des sichtbaren Spektrums eine weitere Strahlung gab, eben eine, die für das menschliche Auge unsichtbar war. So entdeckte er das Infrarot. Und weil er noch oft Experimente machte, dabei viele interessante Dinge herausfand und davon erzählte, wurde er von einer wissenschaftlichen Akademie in England auch mit dem Titel „Sir“ vor seinem Namen ausgezeichnet : Sir William Herschel.

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